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Geschichte

Der "Ochsen" in Heitersheim.

1863 erhielt die frühere „Rose“ den Namen „Ochsen“. 2007 dann den Namen „OX“.

Die Wirtschaft „zur Rose“ wurde im 18. Jahrhundert von Schlossküfer Hilt  am „Rosenbuck“ erbaut. Dem Haus wurde im Jahr 1811 an der Ostseite ein im oberen Bereich aus  Fachwerk konstruieter Tordurchfahrtsbau angefügt.

Am 10. Mai 1853 hatte der Gemeinderat der Stadt Heitersheim beim Großherzoglichen Bezirksamt Staufen um die polizeiliche Genehmigung zur Betriebsübernahme der Rosenwirtschaft durch den Bürger Jakob Gramelspacher ersucht, der das Anwesen von Karl Kiefer käuflich erworben hatte.

Der neue Wirt „stehe im Rufe eines rechtschaffenen Mannes, der sich an den revolutionären Bewegungen nicht beteiligt hat“, hieß es in dem Schreiben. Schon am Tag nach der Antragstellung wurde die Genehmigung erteilt.

Im Juni 1856 verkaufte Jakob Gramespacher das Rosenwirtshaus an den Heitersheimer Friedrich Scholer, für den die Gemeinde am 30. Juni 1856 beim Bezirksamt Staufen die Genehmigung zur Bewirtschaftung einholte und bereits am 2. Juli desselben Jahres erhielt.

Als aber Rosenwirt Scholer im Juli 1862 um „Transferierung“ seiner Wirtschaftsgerechtigkeit von der „Rose“ auf das von Sebastian Kleins Erben auf dem Viehmartplatz gekaufte Anwesen nachsuchte, mahlten die Mühlen der Bürokratie plötzlich erheblich langsamer. Das fing beim Heitersheimer Gemeinderat an, der mit allen Mitteln das Rosenwirtshaus  zu erhalten suchte und das Bezirksamt Staufen bat, die Genehmigung der geplanten Transferierung nicht zu erteilen. Seine Bitte begründete er damit, dass „die Gebäulichkeit, auf welcher die Realgastwirtschafsgerechtigkeit zur Rose ruht, an der Hauptstrasse nach Staufen und Sulzburg in der Oberstadt liegt, in welcher nur noch die Personalwirtschaft zum Badhaus vorhanden ist, wodurch es ein Bedürfnis ist, dass diese Wirtschaft da bleibt, wo sie verliehen und bisher betrieben worden ist, da die Oberstadt 1/3 der Einwohnerschaft fasst“. Der Gemeinderat wies in seiner Begründung weiter nach, dass in der Unterstadt bereits neun Gastwirtschaften existieren, und schließlich gab der Gemeinderat noch zu verstehen, dass die  Gemeindewirtschaftsgerechtigkeit alle drei Jahre neu verpachtet werde, und dass Scholer sich darum bemühen könne. Dem Bäckermeister Scholer ging es aber darum, dass er auf dem Viehmartplatz ein besseres Auskommen haben würde als auf der „Rose“, deren Einkünfte zur Ernährung der Familie nicht ausreichten. Das Bezirksamt Staufen aber erteilte keine Bewilligung.

Friedrich Scholer wandte sich deshalb an die Großherzogliche Kreisregierung aber auch diese und selbst das Großherzogliche Innenministerium in Karlsruhe versagten die Genehmigung zur Transferierung. Scholer nahm sich nun einen Rechtsanwalt und legte Rekurs ein. Inzwischen hatten sich auch die umliegenden Gemeinden von Heitersheim eingeschaltet und zusammengeschlossen. Die allmonatlich stattfindenden Viehmärkte verdanken ihren Bestand und Belebung dem starken Besuch der benachbarten Gemeinden. Da eine Gastwirtschaft auf dem Viehmartplatz nicht vorhanden sei, müssten die auswärtigen Besucher sich achthunder Schritte vom Viehmartplatz entfernen, wenn sie nach Geschäftsabschluss einen Imbiss oder eine Erfrischung einzunehmenn wünschten. Auch sei für die Besucher des Marktes kein Schutz bei Unwetter und sonstiger schlechter Witterung gegeben. Das sei ein Missstand. Die Eröffnung einer Gastwirtschaft auf dem Viehmartplatz sei zu einem „wahren“ Bedürfnis geworden. Dies bescheinigten durch eigenhändige Unterschrift die Bürgermeister und Gemeinderäte der Gemeinden Auggen, Zunzingen, Britzingen, Dattingen, Betberg, Hügelheim, Neuenburg, Zienken, Grissheim, Schlatt, Tunsel, Eschbach, Bremgarten, Hartheim, Feldkirch, Laufen Dottingen, Sulzburg, Gallenweiler, Wettelbrunn und Grunern. Darauf hatte das Ministerium des Innern in Karlsruhe dem Bezirksamt in Staufen eröffnet, „dass man sich auf die Beschwerde des Rosenwirths Scholer von Heitersheim nach Ansicht der  Wirtschaftsordnung unter Aufhebung der ergangenen Regierungsentschließung und unter Verschonung des Reccurenten mit den Recurskosten veranlasst sehe, dem Gesuch desselben um Gestattung der Verlegung seiner Realwirthschaftsgerechtigkeit zur Rose in der Oberstadt auf sein neuerbautes Haus am Viehmartplatze in der Unterstadt zu Heitersheim stattzugeben, da das fragliche Haus seiner Lage nach zum Wirtschaftsbetrieb vorzüglich geeignet ist“.

Im Jahre 1863 verpachtete Friedrich Scholer seinen Betrieb auf dem Viehmartplatz, genannt „Zur Rose“, an Leopold Hug, der zuvor in Wehr eine Gastwirtschaft betrieben hatte. Im gleichen Jahr beantragte Friedrich Scholer die Umbenennung seines Wirtschaftsbetriebes auf dem Viehmartplatz, da die Bezeichnung „Zum Ochsen“ den Tatsachen eher entsprechen würde als die Bezeichnung „Zur Rose“. Da der Gemeinderat keine Einwendungen machte, wurde die Genehmigung zur Umbenennung erteilt. Friedrich Scholer ist am 12. Januar 1871 gestorben. Seine Frau Agathe führte die Wirtschaft weiter. Im März 1873  suchte der Sohn, Bäckermeister Wilhelm Scholer  um die Erlaubnis zur Bewirtschaftung der Gaststätte nach. Wenige Jahre später, im Januar 1877, kaufte sein Bruder, Bierbrauer  Hermann Scholer den „Ochsen“. Er baute das Anwesen zu einer Brauerei aus und verkaufte den „Ochsen“ im Jahr 1904 an die Eheleute Alois Zimmermann für 60.000 Mark, die dann den Betrieb 1911 an Franz Müller weiterverkauften.

Seit dieser Zeit befand sich der „Ochsen“ im Besitze der Familie Müller.

Josef und Elisabeth Schlegel geb. Scholer waren von 1937 bis 1942 Pächter des „Ochsen“.

Im Jahr 1959 wurde die Malteserstube und aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des „Ochsen“ und 1964 eine „Heitersheimer Zunftstube“ eingerichtet. Frau Liesel Maier, Tochter von Franz Müller, bewirtschaftete den „Ochsen“ weiter bis sie den, inzwischen „zum renommierten Hotel“ ausgebauten „Ochsen“, an ihre Tochter Marianne Pfitzinger zur Weiterführung übergab.

Nachdem die Famile Pfizinger sich 2001 aus Altersgründen zurückzogen, und die zwei darauffolgenden Pächter keine sehr glückliche Hand hatten, erwarb im Jahr 2004 die Volksbank Breisgau-Süd eG den „Ochsen“.

Seit 2007 ist das Gasthaus im Besitz der örtlichen Investorengemeinschaft „Gasthaus Ochsen OHG“  und wird als „OX Hotel Cafè Bar Restaurant“ von Daniel Engel und Andreas Höfler als geschäftsführende Gesellschafter, beider Firmen, geführt.

Der Gastraum und die Hoterlzimmer wurden von Grund auf erneuert, außen blieb die ortsbildprägende Fassade des dominanten denkmalgeschützten Gebäudes erhalten.

 

Wir danken Herrn Manfred Schlegel für diesen Text.